Liebe Freundinnen und Freunde des historischen Tanzes,
ich wünsche allen ein tanzreiches Jahr. Hier nun endlich mein Frankfurter Programm für 2026, und auch gleich ausführliche Beschreibungen der ersten beiden Workshops. Mit Ausnahme des Barocktanzes im Pfingst- und Dezemberkurs ist wieder alles anfängergeeignet. Wer in den Barocktanz einsteigen will kann dies gleich im Februar mit einem echten Klassiker tun: „La Bouree d'Achille“. Auch erste Termine außerhalb von Frankfurt sind bereits geplant.
Der Überblick
- Umstellungen 2026
- Frankfurter Jahresprogramm 2026
- Barocktanz: La Bouree d'Achille (1700) am 21.-22. Februar in Frankfurt
- Einfache Tänze der Renaissance am 28.-29. März 2026 in Frankfurt
- Erste weitere Termine außerhalb von Frankfurt (Bochum, Erlangen, Köln, Cottbus)
- Datenschutz und Abmelden vom Newsletter
Umstellungen 2026
Die Frankfurter Ballettschule, in der meine Kurse stattfinden, hat die Besitzerin gewechselt, entsprechend hat die Schule nun einen neuen Namen: Sarabesque – außer dem Namen ändert sich aber dort nichts für uns.
In diesem Jahr hatte ich eigentlich geplant die Kursanmeldungen auf ein Online-Buchungssystem umzustellen, mit den Möglichkeiten des von mir gewählten Anbieters war ich allerdings nicht zufrieden (u. a. keine Stornierungsmöglichkeit für Kunden), daher bleibt es bei der üblichen Anmeldung per E-Mail.
Der Frühbucherpreis für ein Wochenende bis vier Wochen vor dem Kurs beträgt in diesem Jahr 95 Euro, mit 20% Ermäßigung (für Schüler, Studierende und Auszubildende bis einschließlich 27 Jahre) 76 Euro. Der Normalpreis für ein Wochenende beträgt 110 Euro, mit 20% Ermäßigung 88 Euro.
Wenn ihr einmal eure Teilnahme wieder stornieren müsst, ist das wie zuvor bis zu vier Wochen vor dem Kurs ohne Stornogebühr möglich, danach werden 50% der Kursgebühr als Stornogebühr einbehalten, ab zwei Tagen vor dem ersten Kurstag (also der Donnerstag vor dem Kurs) ist kein Storno mehr möglich (Ausnahmen: Ersatzteilnehmer oder Aufrücker von der Warteliste). Sollte ein Kurs einmal ausgebucht sein, empfiehlt es sich, vor dem Kurs noch einmal nachzuschauen, ob wieder Plätze frei geworden sind oder sich einfach auf die Warteliste setzen zu lassen.
Frankfurter Jahresprogramm 2026
Hier das Jahresprogramm in einer Kurzbeschreibung. Auf meiner Webseite gibt es zu jedem Termin ausführlichere Infos, sowie den Flyer zum Herunterladen:
https://www.historische-tanzkunst.de/de/unterricht/workshops.html
21.-22. Februar 2026 Barocktanz:
la Bouree d'Achille (1700)
Diese Tanzsuite, bestehend aus Bourrée – Menuett – Bourrée, ist ein absoluter Klassiker unter den Barocktänzen. Das Schrittmaterial ist ebenso übersichtlich wie enigmatisch, zudem erleichtern Wiederholungen von Schrittsequenzen das Erlernen der Choreographie. Der Tanz ist daher ideal zum Einstieg in den Barocktanz. Fortgeschrittene können den Tanz wiederum zur Verbesserung ihrer Technik nutzen.
28.-29. März 2026 15. und 16. Jahrhundert:
Einfache Tänze der Renaissance
Auf dem Programm stehen einfache Tänze aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Von Domenico und seinen Schülern haben wir aus Italien ab ca. 1450 die ersten heute noch rekonstruierbaren Quellen. Ebenfalls bedeutend für uns ist Arbeau, der mit seiner Orchésographie Tänze aus dem Frankreich des 16. Jahrhundert für uns bewahrt hat.
25.-26. April 2026 Empire:
Das Jane-Austen Wochenende – Aufbaukurs
Der Kurs richtet sich insbesondere an alle, die bereits erste Erfahrungen mit Tänzen der Empirezeit haben und ihr Wissen vergrößern wollen. An diesem Wochenende stehen etwas komplexere Tänze im Mittelpunkt, und alle Tänze sollen mit den passenden Schritten ausgeführt werden. Entsprechend erlernen wir verstärkt die Schritte der Zeit und erweitern unser Repertoire an Figuren.
23.-25. Mai 2026 Barocktanz Pfingstkurs:
Passacaille de Persee
Dieser Tanz ist vielleicht eine der schönsten erhaltenen Choreographien für ein Solopaar aus dem Barock. Wie bereits im Namen angegeben, stammt die Passacaglia aus der Oper Persée. Während der drei Tage des Pfingstkurses arbeiten wir nicht nur an der Choreographie, wir werden uns auch mit der barocken Tanznotation beschäftigen. Der Tanz ist 12 Seiten lang und technisch mittelschwer, entsprechend richtet sich der Kurs an Tanzerfahrene, idealerweise sollten Kenntnisse im Barocktanz vorhanden sein.
20.-21. Juni 2026
Life, Liberty and the pursuit of Happiness - 250 Jahre American Declaration of Independence
Die USA feiern am 4. Juli das 250jährige Bestehen ihrer Unabhängigkeitserklärung. Der Schwerpunkt des Kurses liegt auf amerikanischen Tänzen aus den ersten Jahrzehnten der USA. Aber wir werden uns auch etwas mit der weiteren Entwicklung des Tanzes in den USA bis zum Charleston beschäftigen.
22.-23. August 2026 19. Jahrhundert:
Die Française (Fledermaus Quadrille) und La Quadrille à la cour (Les Lanciers)
Im Laufe des 19. Jahrhunderts verdrängen Rundtänze wie der Walzer nach und nach die Figurentänze. Übrig bleiben für einen Ball nur noch zwei Choreographien die man erlernen musste: die Française, die wir heute z. B. immer noch als Mitternachtsquadrille auf dem Wiener Opernball finden, und La Quadrille à la cour, die mancherorts immer noch ein Traditionstanz ist. Diesen beiden Tänzen und ihrer Entwicklung widmen wir unser Wochenende.
12.-13. September 2026 Rokoko
Zauberhaftes Rokoko
Ein Wochenende mit zauberhaften Tänzen aus dem Rokoko. Neben englischen Tänzen in der Gasse und Cotillons in einer Quadrataufstellung werden wir uns auch mit den Wickelfiguren der Allemande beschäftigen, die um 1770 in Frankreich groß in Mode war. Mit dabei auch eine Allemande als kleiner Bühnentanz für vier Paare aus dem Ferrère Manuskript.
17.-18. Oktober 2026
Tanz zwischen den Zeiten – vom Mittelalter zur Renaissance
Unsere ersten erhaltenen rekonstruierbaren Tanzquellen stammen aus dem 15. Jahrhundert, in Italien blühte bereits die Renaissance auf, in anderen Teilen Europas ging das Spätmittelalter seinem Ende entgegen. Wir nähern uns diesem Zeitenwandel mit Tänzen aus Frankreich, England und Italien.
31. Oktober 2026 - 1. November 2026 und
7.-8. November 2026 Empirezeit
Das Jane-Austen Wochenende
Für viele immer ein Highlight im Kursprogramm, daher gibt es wie in den letzten Jahren auch wieder zwei Termine hintereinander. Auch diesmal ist Jane Austen Namenspatronin für die Tänze des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Neben Tänzen aus England werden diesmal natürlich auch Tänze aus anderen Ländern wie Frankreich und Deutschland auf dem Programm stehen. Dabei entsteht ein buntes Potpourri aus verschiedenen Tanzformen der Zeit. Auch dieses Wochenende ist wieder besonders anfängergeeignet.
5.-6. Dezember 2026 Barock Solotanz
Folie d'Espagne pour femme (1700)
Die Folie diente als Anregung für viele Komponisten, die hierzu Variationen geschrieben haben. Unser Damensolo von 1700 auf die Musik, die hier von Lully stammt, erstreckt sich über 6 Variationen mit jeweils 16 Takten. Erste Vorkenntnisse mit Schritten des 18. Jahrhunderts oder gute allgemeine Tanzerfahrung sind hier empfohlen.
Barocktanz: La Bouree d'Achille (1700) am 21.-22. Februar in Frankfurt.
Dieser Tanz ist ein absoluter Klassiker unter den barocken Solopaartänzen. Die im Jahr 1700 veröffentlichte Choreographie von Pecour ist eine kleine Suite bestehend aus Bourrée – Menuett – Bourrée. Das verwendete Schrittmaterial ist mit nur zehn verschiedenen Schritten ebenso übersichtlich wie enigmatisch, Wiederholungen von Schrittsequenzen erleichtern zudem das Erlernen des Tanzes. Die Choreographie spielt mit den Raumachsen und dem Wechsel zwischen Punkt- und Spiegelsymmetrie des Paares. Oft sieht man als Beispiel die erste Seite des Tanzes mit der prägnanten pilzförmigen Figur, wenn barocke Tanznotation beschrieben wird.
Der Tanz eignet sich ideal zum Einstieg in den Barocktanz. Für Fortgeschrittene ist es ein Repertoiretanz, wer ihn noch nicht kennt, sollte ihn in jedem Fall erlernen. Für diese ist er auch sehr gut geeignet, die eigene Tanztechnik zu verfeinern und an den zu den Schritten gehörenden Armbewegungen zu arbeiten.
Die Musik zu diesem Tanz stammt aus der letzten Oper von Jean Baptiste Lully: „Achille et Polixène“ aus dem Jahr 1687. Von der Oper selbst stellte Lully allerdings nur die Ouvertüre und den ersten Akt fertig, bevor er verstarb. Sein Assistent Pascal Collasse komponierte bzw. vollendete danach noch den Prolog, aus dem die Bourée stammt, sowie Akt zwei bis fünf.
Der (verlängerte) Frühbucherzeitraum endet für diesen Kurs am 6.2.2026. Mehr infos:
https://www.historische-tanzkunst.de/de/unterricht/workshops.html#WS2026-02-21
Einfache Tänze der Renaissance am 28.-29. März 2026 in Frankfurt
Dieses Wochenende richtet sich mit einer Handvoll vergnüglicher Tänze und einem übersichtlichen Schrittmaterial auch besonders an Anfänger, die sich auf eine kleine Zeitreise in das 15. und 16. Jahrhundert begeben möchten.
Domenico da Piacenza ist unser erster Held der Tanzgeschichte – er hat uns aus der Mitte des 15. Jahrhunderts ein erstes größeres Theorietraktat über den Tanz mit heute noch rekonstruierbaren Choreographien überliefert. Er und seine Schüler Antonio Cornazzano und Guglielmo Ebreo prägen so unseren Blick auf den Tanz im Italien der frühen Renaissance.
Ein weiterer Held der Tanzgeschichte ist Thoinot Arbeau (eigentlich: der Kleriker Jehan Tabourot), der in Frankreich Ende des 16. Jahrhunderts mit seinem Buch Orchésographie auf die Tänze seiner Jugend zurückblickt. Ihm verdanken wir den ersten Versuch einer verständlichen und an die Musik gekoppelten Tanznotation.
Der Frühbucherzeitraum endet für diesen Kurs am 27.2.2026. Mehr infos:
https://www.historische-tanzkunst.de/de/unterricht/workshops.html#WS2026-03-28
Erste weitere Termine außerhalb von Frankfurt
Einige erste Termine außerhalb von Frankfurt sind bereits geplant, sicher folgen im Laufe des Jahres noch weitere.
Bochum – der Empire Kurs, den der Bochumer AStA seit Jahren mit mir organisiert, ist im letzten November kurzfristig ausgefallen, wir möchten es am 28. Februar und 1. März 2026 noch einmal versuchen. Der Termin ist allerdings dort noch nicht online und der Kurs richtet sich vorrangig an Studierende, auch wenn wieder einige Externe teilnehmen können.
Erlangen – das Erlanger Tanzhaus veranstaltet mit mir am Samstag 11. April 2026 eine Kompaktversion meines Jane-Austen Jubiläums-Wochenendes vom vergangenen November. Auch interessant für Mitglieder des Vereins „Dance and History“, die am Folgetag im gleichen Saal ihre Jahreshauptversammlung und einen Tanztag haben. Mehr Infos und Anmeldung auf der Webseite des Tanzhauses:
https://erlanger-tanzhaus.de/veranstaltung/happy-birthday-jane-taenze-zu-jane-austens-250sten-geburtstag/
Köln – für den 19. April 2026 sind um 14 und 17 Uhr im Rahmen des Festivals c/o pop im Leo-Amann-Park zwei kleine (45min.) Workshops geplant.
https://copop.de/
Cottbus – in diesem Jahr bin ich am 7.- 9. August 2026, nun zum fünften Mal in Folge, zum Elbenwald Festival eingeladen.
https://www.elbenwald.de/Festival/
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Christian Griesbeck
